Walpurgis

gefeiert in der Nacht vom 30.04. zum 1.05.

Walpurgis ist das Fest des wiedererwachenden Frühlings und die Vorbereitung auf das nächste große Fest im Juni, die Sommersonnenwende-Heilige Hochzeit

Zu Walpurgis gibt es zwei verschiedene Bräuche, die sich total voneinander unterscheiden:

1. asketischer Cordea Kult

- weiße Göttin Cordea auch Maida

  • ihre Pflanze ist der Weißdorn

Cordea ist streng, zerstörerisch, fördert Keuschheit, Reinheit, Schlichtheit und gibt dafür

Wachstum und Reife auch gleichgesetzt mit dem Saturn

Zur Zeit des Cordea Kultes trugen die Menschen in den Wochen zwischen Maifest und Sommersonnenwende alte zerissene Kleider und reinigten sich.

2. der Flora Kult

- Göttin Flora = römische Göttin des Frühlings " die Blühende"- Flora wird gleichgesetzt mit der Venus = Königin im Sternzeichen Stier

- Flora steht für Freude, tanzen, sich mit Blumen schmücken, ausgelassen sein

dazu gehört :

Maibaum - Baum charakterisiert Phallus, Kranz die Vulva + Eier als Fruchtbarkeitssymbol

- in jedes bunte Band kann ein Wunsch eingebunden werden

Mairegen, Maitau und vor Sonnenaufgang geschöpftes Maiwasser wurden als heilend, segnend und schützend angesehen.

Diese beiden Kulte spiegeln die zum Teil noch widersprüchliche Stimmung der Jahreszeit wieder, das Wechselbad der Gefühle im Frühling

Beltane = keltischen Bezeichnung für Walpurgis, verbunden mit der Waldgöttin Diana (römisch)

Diana

Göttin der wilden Tiere und Gebieterin all jener, die sich außerhalb der Kultur befanden

oder jenseits der Ordnung lebten- in ihrem Tempel fanden Vogelfreie, Sklaven u. flüchtige Verbrecher Unterschlupf

  • insbesondere verehrt vom einfachen Volk
  • auch Göttin der gebärenden Frauen und der Krankenpflege

in Griechenland wurde sie Artemis genannt

sie symbolisiert die dreifaltige Göttin als: 1. Mondjungfrau; 2. Mutter aller Geschöpfe und 3. Jägerin ( Zerstörerin)

Zu Beltane werden solche Tiere und wilde Gestalten, besonders alles was fliegt, verehrt (Eulen u.Wildgänse)

Hexen die Gestaltwandel beherrschen, können sich in Eulen und Wildgänse verwandeln

 

Wer sich in den deutschen Heldensagen ein bißchen auskennt, kennt die sogenannten Walküren.

Sie sind die starken Frauen der Schlacht, verwandelten sich in Schwäne und begleiteten die tapferen Krieger nach ihrem Tod nach Walhalla. Sie sind mit Lanzen,Helmen und Schilden bewaffnet.

 Brunhilde in der Sigfrieds-Sage war eine Walküre (sie hätte König Gunther ohne die Tarnkappe Siegfrieds mühelos besiegt.

Diane L. Paxon hat diesen Mythos im Übrigen ganz faszinierend aus einer völlig weiblichen Sicht erzählt. Gerade wenn man Romane gerne liest, ist dieses Buch empfehlenswert.

Im Mittelalter sollen wilde Walpurgisfeste gefeiert worden sein. In diesem Mythos spiegelt sich der ängstlicher Volksglaube und christliche Verketzerung von Hexensabbat.

Anna Dinkelmann ( Autorin des Buches "Kreisen") glaubt, daß das Frauen gewesen sein könnten, die noch an Frauenreligionen festgehalten haben. Diese könnten teils an alten Kultplätzen, teils in geheimen Verstecken ( um der Verfolgung zu entgehen) getroffen haben, um die nächtlichen Mondfeste ihrer Religion zu feiern.

Hexensabbat kommt im übrigen von - Zabat - was so viel bedeutet wie - Gelegenheit zur Macht -

Die Zahl 13 ist eine überlieferte Zahl des Hexensabbats, steht aber ursprünglich für die 13 Mondmonate eines Jahres.

Mit der Übernahme des Sonnenjahres / -kalender wurde die 13 verteufelt, sowie alles, was mit dem Mond zu tun hatte.

Getanzt wurde entgegengesetzt des Uhrzeigersinnes, "Widdershins". Diese Symbolik findet frau auch in Horoskopen, Darstellungen der Jahreszeitenfeste, Planetendarstellungen.

Zu den zahlreichen Verdrehungen des Patriarchates gehört auch die Verdrehung von rechts und links.

Links = diabolisch, hexenartig, schlaksig, linkisch, tölpelhaft, falsch, gemein, pervers

Rechts = geschickt, klug, Rechtschaffenheit, Gerechtigkeit, Richtigkeit, gute Hand

Die Sonne dreht sich im Uhrzeigersinn, der Mond dreht sich entgegengesetzt.

Magische Schutzkreise werden retrograd = entgegengesetzt zur Uhrzeigerrichtung = gezogen

Männer steckten früher die Eheringe an die linke Hand der Frau, um ihre magische Kraft zu fesseln und ihre Herzen in Besitz zu nehmen.

Walpurgis galt als Fest der Hexen

- wildes Festgelage mit Tänzen

Venus wurde geboren, jung, bräutlich, zart; wilde Jagd der Hexen vertreibt die bösen Geister, die Venus schaden könnten

 

 

- später wurde das Tanzen unter Strafe gestellt - angebliche Entweihung heiliger kirchlicher Festtage

Walpurgis soll nach der heiligen Walpurga benannt sein, der Sinn ist allerdings strittig.

Es ist möglich, daß sie die Menschen in ihrem Glauben bestätigte, statt das Christentum als Heiligstes darzustellen.

Kultplätze sind z.B.:

Brocken im Harz - Hexensammlungsort

Huiberg bei Halberstadt

Hörselberg bei Eisenach

Galgenberg in Jena

 

- Kraftplatz, wurde auch als Ort für Gerichte und heiliges Opfer gebraucht Die Maikönigin wird gekürt und erwählt den Maikönig. Dieses ist eine rein erotische Wahl und rein erotischen Glück.

Walpurgis ist ein Fest der Sinnlichkeit und Erotik, vorbereitend auf die Heilige Hochzeit.

- auch in uralten Steinkreisen gefeiert, in der Mitte stand der Maibaum - Menhir

- der roten , menstruierenden Göttin geweiht

Nächstliegende christliche Feste:

- Christi Himmelfahrt - fährt vom Himmel herab auf die Erde um seine Freunde und Jünger zu sehen

- zu Pfingsten wird seine Auferstehung gefeiert.

Himmelfahrt drückt auch aus:"Leute seht in den Himmel, nicht auf die Geschlechtsteile" oder "Nicht auf die fruchtbare Erde schaut, sondern auf den ätherischen Himmel"