Schnitterfest- Lugnasad-Erntefest

Das Schnitterfest wird auch Lugnasad genannt, die Hochzeit des Lug oder Luzifer... des Heros.

Lug - der Feuerträger, Sonnenkönig ist mit dem uns bekannten Luzifer verwandt.

Er wird jetzt um diese Zeit normalerweise wild verbrennend, auslöschend. Er droht die Erde zu vernichten, das Wasser zu verdorren. Die Göttin muß ihn dämpfen, sein Licht beschneiden.

Er symbolisiert den Kornkönig... denn das Korn steht jetzt in voller Reife. Es wird gedroschen, gemahlen, gebacken. Es ist die Zeit der Transformation.

Der Löwe ist das Sternzeichen für diese Zeit. Er steht für Übermut. Der Heros ist übermütig. Er rennt durch die Felder, tanzt, spielt Koboldspielchen. Macht damit kaputt - ähnlich wie die Sonne, wenn sie zu lange scheint und damit ihre Ernte vernichtet. Sie/Er muß beschnitten werden. Es ist auch die Zeit der Erwartung, schwere Arbeit über lange Zeit hat viele Dinge in uns zum Reifen gebracht.

Jetzt können wir ernten und sehen, was es gebracht hat.

Lied der Kornjungfrau

Es gibt viel zu essen, viel zu trinken

Viel, um uns schön warm zu halten,

viel uns zu reinigen, viel uns zu heilen,

viel um uns vor Übel zu bewahren;

Die Macht ist unser, zu wirken und zu teilen,

Die Fülle der Mutter ist überall!

Es gibt viel zu sagen, viel zu singen Viel zu tanzen und zu wagen;

Viel zu weben, viel zu entwirren,

Viel für Dich und für mich!

Es gibt viel Arbeit und viel Spiel,

Und viel Ruhe, wenn das Tagwerk getan;

Eine Fülle von Korn in der Hand der Mädchen;

Eine Fülle für jedermann.

(Chris Caroll)  

Wir haben uns zu unseren Festen unseren eigenen Kornkönig gebastelt.

Er steht für uns für das Opfer an die Erde. Dazu geben wir ihn mit reichen Gaben in ein Grab an unserem ausgewählten Ort und danken der Göttin für die Ernte des Jahres.

 

Das Schnitterfest ist die Vorbereitung auf die Herbst-Tag- und Nachtgleiche. Die Vorbereitung für die Opferung des Heros. Er tritt damit die Reise in die Unterwelt der Göttin an... nur so kann er ihre Geheimnisse erleben und erfahren um dann im Frühling wieder ans Tageslicht zu gelangen.

Die große Mutter-Göttin wird zur Schnitterin, die sich vom Leben ernährt, damit neues Leben wächst.

Mit dem Schnitt der Sense stirbt der Kornkönig und kehrt in den Leib der Göttin / die Erde zurück.

Hier kommt auch die matriarchale Ansicht über den Tod zum Vorschein: Sterben um Leben zu fördern, keine Vernichtung, kein brutales Ende, sondern sterbend Energie weggeben, damit sie vervielfältigt zu neuem Leben wird.

So wird aus jeder Ähre vielfach neue Halme wachsen.

Der Heros selbst tobt übermütig, er stört die Schnitterinnen und begreift nicht, daß seine Hoch-Zeit vorbei ist.

Durch sein Einfangen und "beschneiden seiner verbrennenden Strahlen" verliert er seine erotische Kraft. Er lernt dabei das Sich-Verschenken, das Sich-Opfern.

Er beginnt seinen nahenden Tod zu fühlen. Ein Tod, der ein fruchtbarer Tod sein wird.

Die greise Urgöttin bereitet sich auf ihren Weg im Herbst in die Unterwelt zurück. Mit der Natur zieht sie sich zurück, arbeitet im Unsichtbaren, Unbewußten, im Untergrund.

Verehrt werden zu Lugnasad die Göttinnen Juno Augusta( die im übrigen die Herrscherin des Erntemonats August ist) die Kornköniginnen Ceres, Demeter, Kore und Habondias ( Göttin des Schicksals, der Fülle und des Glücks)