Lichtmeß

Lichtmeß wird am 1./2. Februar gefeiert. (Bedeutung : meß kommt von maze = Spirale, Labyrinth)

Dieses Fest ist der Beginn des ans Licht Kommens, aus sich herausgehen. Das Licht hilft uns dabei, uns gegen die Bedrohlichkeit des Dunklen zu schützen, uns zu bewahren und uns zu stärken.

Lichtmeß wird leise gefeiert, die Kerze spricht im Stillen, vom zarten anfänglichen Licht.

Es ist ein Vorbereitungsfest auf das große Initiationsritual der Frühlings-Tag - und Nachtgleiche.

Alles wird umgedreht und verkehrt, das Oberste nach Unten und das Unterste nach Oben. Jetzt ist Zeit, das Alte aufzulösen und den Weg für Neues freizumachen.Dieses Fest entspricht der Neumondinphase, der Augenblick der Umwandlung vom Abnehmen zum Zunehmen. Die Neumondin symbolisiert die Kräfte der inneren Erneuerung. Sie steht für die noch Greisinnengestalt der Mondgöttin, Herrscherin der Unterwelt, Gebieterin über Leben und Tod.

Lichtmeß steht im Zeichen der heiligen Brigit. Sie ist eine Göttin der Dicht und Schmiedekunst, ist die Schutzpatronin der Ärzte und Hebammen. (Hebammen leiten die Geburten ein - ist auch eine Art des ans Licht kommen, neu geboren werden)

Brigit besaß weibliche Priesterinnenschaft, möglicherweise wurden Männer vom Kult ausgeschlossen.

Die katholische Kirche versuchte Lichtmeß und die heilige Brigit auszulöschen, indem sie das christliche Lichtmeß einfach drübersetzten. Sie erklärten es als Reinigungsfest. In der Bibel steht, daß eine Frau nach der Geburt eines Kindes unrein ist. Sie muß sich 40 Tage danach reinigen, um wieder in die Gemeinde aufgenommen werden zu können.

Es ist sogar so weit gegangen worden, daß sich Frauen nach der Geburt eines Sohnes 40 Tage, aber nach der Geburt eines Mädchens 80 Tage reinigen mußte. Frauen wurden als doppelt so unrein angesehen wie die Männer.

Später wurde durch ein Konzil versucht, Lichtmeß abzuschaffen, da die Jungfrau Maria durch die Geburt Christi keine Befleckung erlitt und deshalb auch nicht gereinigt werden müsse.

Brigit wurde von der Kirche heilig gesprochen, nachdem sie nach wie vor verehrt wurde. Lieber eine Heilige verehren lassen als eine heidnische Göttin.

Aus Brigit wird Bridgit oder Brigitta. Sie wird als Nonne in den Geschichtsbücher verewigt, die ein Kloster in Kildaere gegründet haben soll. Witzigerweise ist genau dieses Kloster wegen seiner Heilungswunder und Fruchtbarkeitsmagie bekannt.Sie wird verschieden dargestellt. Im Motherpeace Tarot ist sie auf der Karte der "Stärke" dargestellt.

Dort ist sie die vorkeltische Braut Brigid, die Königin des Feenreiches, die auf den hellgrünen Hügeln von Irland sitzt.

In der Hand hält sie strahlendes Licht, daß sie aus sich herausgebracht hat. Sie wurde auch wegen der Kraft ihres Feuers verehrt. Die Flamme wird auch mit der eigenen Sexualität gleichgestellt. Brigid verkörperte für Frauen die unerschrockene, offene Sexualität und der sicherer Ausdruck ihrer sexuellen Energien . Sie wurde auch wegen ihres Wissens um sexuelle Geheimnisse geachtet.

Brigitte/Brigid oder Brigitta wird in Märchen meist mit Enten oder Gänsen dargestellt.