Feministisches

Als Anregung meiner Arbeitskolleginnen bekam ich den Hinweis... "Warum outest Du Dich eigentlich nicht als Feministin auf Deiner Homepage... nichts leichter als das... und schon sitze ich nachdenklich am Computer

Tja, was ist denn eigentlich nun Feminismus...

Bei allen - ismuswörtern krempelt sich mir im allgemeinen der Magen um

Also, Lexikon hervorgeholt und nachgelesen:

Feminismus: (lat.) Richtung der Frauenbewegung, die die Befreiung der Frau durch Veränderung der geschlechtsspezifischen Rollen erstrebt.

Also bin ich eine Frau, die für das Verändern der geschlechtsspezifischen Rollen kämpft.

Klingt doch gar nicht so schlecht.

Wie komme ich nun dazu...

Um die Wendezeiten wurde ich von Frauen angesprochen, ob ich denn nicht Lust hätte, in ihrer Frauengruppe mitzumachen.

Neu in der Stadt und ohne Bekannte nahm ich dieses Angebot gern an.

Aus den wöchentlichen Treffen in Wohnzimmern entwickelte sich ein Frauenverein, den es inzwischen schon seit knapp 9 Jahren gibt. Fraueninitiative Neuhaus e.V. nannten wir uns.

Und unter diesem Verein entstanden 3 Projekte:

Frauenzentrum

ist ein lockerer Treffpunkt für Frauen, die miteinander etwas machen wollen. Veranstaltungen, Wanderungen, Selbsthilfegruppen, Beratungen, Frauenbibliothek und vieles mehr wird hier angeboten.

Frauenschutzwohnung

Leider gibt es noch nach wie vor sehr viel Gewalt gegen Frauen.

Hier konnten sie mit ihren Kindern Schutz finden vor seelischer und körperlicher Gewalt. Leider gibt´s das Projekt nicht mehr...nicht etwa deshalb, weil es keine Gewalt mehr gibt...nein, eher deshalb, weil es nicht mehr finanzierbar war

Mädchentreff

ähnlich wie im Frauenzentrum kommen die Mädchen, um sinnvoll ihre Freizeit miteinander zu verbringen.

Hier werden sie auch ohne männlichen Anhang für voll genommen und können die Räume ganz nach ihren Interessen nutzen.

Ein tolles Projekt war der Gedichtband, den sie fast ohne unsere Hilfe zusammengestellt haben

So kam ich zu den Frauen.

Durch die Arbeit mit ihnen merkte ich, daß in diesem System ziemlich vieles schief für Frauen läuft. Und wie vieles in meinem Leben für mich schief lief. Ich konnte mein eigenes Leben nicht mehr außen vor lassen. Meine Arbeit wurde mein Leben und mein Leben meine Arbeit.

Bis zu diesem Zeitpunkt gab ich mir die Schuld an so vielen Lebensumständen. Ich lernte in den nächsten Jahren, daß viele Umstände gesellschaftlich bedingt sind... und das sie sich nur ändern, wenn wir uns selber dafür einsetzen. Denn die Politiker an der Macht setzen sich im Höchstfall für sich selber ein... nicht für mich.

Ich fing an zu lesen, mich mit anderen Frauen auszutauschen und stellte auf einmal fest, wie toll Frauen doch sein können.

Früher hatte ich eher meine Schwierigkeiten in Umgang mit Frauen... ich sortierte sie nach dem Bild in der Öffentlichkeit und sah sie nicht so, wie sie wirklich waren. Konkurrenz dominierte.

In frauengeschützen Räumen begegneten mir auf einmal so viele tolle Frauen... die so waren, wie sie wirklich sind. Es war nicht mehr wichtig, wie Eine aussieht, sich anzieht ... es zählte, was sie zu sagen hatte. Und alle hörten zu.

Ich kann dieses Gefühl nicht beschreiben...

Aber seit dem bin ich mit dabei.

Ich habe gelernt, in der Öffentlichkeit über mich zu reden, Frauenpolitisch aufzutreten und mich dafür einzusetzen, daß es uns Frauen besser geht; das unsere Arbeit anerkannt wird; das wir in der Politik und der Verteilung des Geldes nicht vergessen werden.

Ich bin Mitfrau der Feministischen Partei"DIE FRAUEN" geworden... welche etwas über sie wissen möchte, kann ja dem Link folgen.

Leider wird unsere Arbeit sehr schlecht finanziert... viele Projekte, die soziale Arbeit leisten gehen im Laufe der Jahre ein. Wir hoffen, daß wir unseren Verein noch lange am Laufen halten können.

Der feministische Anspruch wird nichtsdestotrotz mein Leben weiter bestimmen.

Ich hoffe, daß ich durch meine Anstrengungen einmal ein besseres Leben für meine Tochter schaffen kann... so wie meine Mutter (auch eine Wendefrau) für mich und meine Oma (sie war eine der ersten Frauen, die Abitur machen durften) für sie gekämpft hat.

Meine Mutter

Das kleine Mädchen ist meine Oma

Mit ihrer Mutter, Großmutter und Urgroßmutter

Aufgenommen 1914

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